Dieser Online-Shop verwendet Cookies für ein optimales Einkaufserlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang des Online-Shops eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier.

Roco Line mit Bettung oder ohne?

Gleissysteme · Kaufberatung

Gleiche Geometrie, zwei Bauweisen. Wir zeigen Dir, welche zu Deiner Anlage passt – und warum Du Dich damit nicht für immer festlegst.

✓  Beide Varianten bei uns im Sortiment ✓  Jeder Gleisplan passt auf beide ✓  Alle Maße aus den Roco-Datenblättern ✓  Fachberatung aus Paderborn

Die kurze Antwort, wenn Du es eilig hast

Die Gleisgeometrie ist bei beiden Varianten identisch – jeder Gleisplan passt auf beide, Du musst Dich also nicht endgültig entscheiden. Mit Bettung liegt das Gleis in einer Stunde und sieht sofort ordentlich aus. Ohne Bettung wird das Ergebnis deutlich feiner, kostet Dich aber ein zusätzliches Wochenende und Material für Trasse, Schotter und Kleber. Wenn das Deine erste Anlage ist: nimm die Bettung. Wechseln kannst Du später jederzeit.

Es ist eine der ersten Fragen, die uns im Laden gestellt werden – und sie wird meistens falsch beantwortet, nämlich mit „das eine ist für Anfänger, das andere für Profis“. So einfach ist es nicht. Beide Varianten stammen aus demselben System, haben dieselben Radien und dieselben Weichen.

Der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern darin, wie viel Arbeit Du in das Gleisbett stecken willst – und ob Deine Anlage stehen bleibt oder umziehen soll.

Welche Variante passt zu Dir?

Vier Fragen, die wir am Tresen stellen. Meistens ist die Sache danach klar.

01

Soll die Anlage transportiert oder abgebaut werden?

Dann mit Bettung. Geschotterte Gleise überstehen keinen Umzug. Für Module, Teppichbahnen und alles, was zur Ausstellung mitfährt, ist die Bettung die richtige Wahl.

02

Ist das Deine erste Anlage?

Dann mit Bettung. Nicht weil Du es nicht könntest – sondern weil ein Gleisplan, der am ersten Abend fährt, mehr motiviert als einer, der drei Wochenenden auf den Schotter wartet.

03

Willst Du fotografieren – nah, auf Augenhöhe?

Dann ohne Bettung. In der Makroaufnahme sieht man jede Kante. Selbst geschotterter Oberbau geht in die Landschaft über, eine Fertigbettung setzt eine sichtbare Linie.

04

Hast Du Lust, das Schottern zu lernen?

Dann ohne Bettung. Das ist der eigentliche Punkt. Schottern ist keine Raketentechnik, es ist Geduld. Wenn Dich schon der Gedanke nervt, wirst Du es auch in fünf Jahren nicht machen.

Drei von vier Antworten in eine Richtung? Dann nimm die. Zwei zu zwei? Dann nimm die Bettung – warum, steht im nächsten Abschnitt.

Was bei beiden gleich ist: die Geometrie

Das überrascht die meisten: Roco Line mit und ohne Bettung haben exakt dieselbe Geometrie. Gleiche Radien, gleiche Geradenlängen, gleiche Weichenwinkel, gleiche Schienenprofilhöhe von 2,1 mm. Sogar die Artikelnummern laufen parallel – ohne Bettung 424xx, mit Bettung 425xx, bei identischen Endziffern.

Praktisch heißt das: Jeder Gleisplan gilt für beide Varianten. Du kannst heute mit Bettung anfangen, später auf die bettungslose Variante wechseln und denselben Plan weiterbauen. Und Du kannst beides auf einer Anlage mischen – sichtbare Strecke ohne Bettung, Schattenbahnhof mit.

Element ohne Bettung mit Bettung Maß
Bogen R2, 30° 42422 42522 358 mm · 12 Stück = Vollkreis
Bogen R3, 30° 42423 42523 419,6 mm
Bogen R4, 30° 42424 42524 481,2 mm
Bogen R5, 30° 42425 42525 542,8 mm
Bogen R6, 30° 42426 42526 604,4 mm
Bogen R9, 15° 42427 42527 826,4 mm
Bogen R10, 15° 42428 42528 888 mm · Gegenbogen zu 15°-Weichen
Bogen R20, 5° 42430 42530 1962 mm · 2 Stück = Gegenbogen zu 10°-Weichen
Gerade G1 42410 42510 230 mm (Standardlänge)
Gerade G½ · G¼ 42412 · 42413 42512 · 42513 115 mm · 57,5 mm
Gerade G4 42406 42506 920 mm (4 Standardlängen)
Weiche links/rechts 15° 42442 · 42443 42532 · 42533 230 mm · 15° · Abzweigradius 873,5 mm · Herzstück 10,8°
Weiche links/rechts 10° 42488 · 42489 42580 · 42581 345 mm · 10° · Abzweigradius 1946 mm · Herzstück 8,1°
Dreiwegweiche 15° 42454 42543 287,5 mm · je 15° · je 873,5 mm
EKW 15° 42448 42546 230 mm · 15° · Abzweigradius 531 mm
DKW 15° 42451 42594 230 mm · 15° · wirksamer Abzweigradius 1050 mm · Bauart Baeseler
Bogenweiche 2/3 42464 42556 Stamm und Abzweig 358 mm · 30°
Bogenweiche 3/4 42472 42572 Stamm und Abzweig 419,6 mm · 30°

Alle Werte von den Roco-Produktseiten, Stand 05.09.2026. Schienenprofilhöhe durchgehend 2,1 mm.

Gut zu wissen: Was heißt eigentlich R2, R3, R4?

R steht für Radius, also den Halbmesser des Bogens – gemessen von der gedachten Kreismitte bis zur Gleismitte. R2 bedeutet bei Roco 358 mm, R3 sind 419,6 mm, und so weiter nach außen. Je größer die Zahl, desto weiter der Bogen und desto schöner fährt sich das.

Ein Bogenstück deckt 30 Grad ab, zwölf davon ergeben einen vollen Kreis. Bei R2 hat dieser Kreis rund 716 Millimeter Durchmesser – plus etwas Rand. Deshalb passt auf eine Anlage von 50 cm Tiefe kein Kreis, auf eine von einem Meter dagegen schon.

Für Fortgeschrittene: Herzstückwinkel, Gegenbögen und die Distanzstücke

Der Herzstückwinkel ist nicht dasselbe wie der Abzweigwinkel. Die 15°-Weiche zweigt mit 15 Grad ab, ihr Herzstück steht aber im Winkel von 10,8 Grad – die Weiche endet also in einem noch laufenden Bogen. Bei der 10°-Weiche sind es 8,1 Grad. Das ist der Grund für die Gegenbögen: R10 mit 888 mm ist der Partner für 15°-Weichen und Kreuzungen, zwei Stück R20 mit 1962 mm übernehmen dieselbe Aufgabe bei 10°-Bauteilen. Wer den Gegenbogen weglässt, bekommt einen Knick im Gleis, den man beim langsamen Rangieren sofort sieht.

Die Distanzstücke im Beipack sind kein Zubehör, sondern Teil der Geometrie. Der 15°-Weiche liegt ein 8-mm-Stück bei, der 10°-Weiche ein 5-mm-Stück – beide gleichen den Versatz beim Diagonaleinbau aus. EKW und DKW bringen zwei D4 und ein D12 mit. Diese Teile gehören in die Schublade, nicht in den Müll.

Und ein Hinweis von Roco selbst, der beim Planen zählt: Die Bogenweiche 2/3 hat einen geometrisch verringerten Parallelabstand und ist deshalb „nur bedingt“ für maßstäblich lange D-Zugwagen mit über 300 mm Länge über Puffer geeignet. Wenn Du lange Reisezüge fahren willst, plane sie nicht in die Hauptstrecke.

Was wirklich verschieden ist

Wenn die Geometrie identisch ist – was unterscheidet die Varianten dann? Vier Dinge, und nur eines davon sieht man auf den ersten Blick.

  Mit Bettung Ohne Bettung
Gleisbett ist am Gleis dran, fertig geformt baust Du selbst: Trasse, Korkbett, Schotter
Bis zur ersten Fahrt eine Stunde, auch auf dem Teppich erst Trasse bauen, dann fahren
Weichenantriebe Bettungsantriebe 42620 (analog) und 42624 (digital), seitlich angesetzt eigene Familie 40295 / 40296 elektrisch, 40297 von Hand – oder unter Flur mit einem Servo
Landschaftsanschluss Böschungsteile 42650 und Endstück 42651 führen das Gelände an die Bettung heran Schotter läuft in die Böschung aus – der Übergang verschwindet
Umbau und Umzug jederzeit, verlustfrei nur mit Zerstörung des Oberbaus
Wirkung im Makro saubere, aber sichtbare Kante Gleis und Landschaft gehen ineinander über

Und wenn ich beides mischen will?

Geht – und ist ein verbreiteter Weg: sichtbare Strecke ohne Bettung, Schattenbahnhof und Nebengleise mit. Elektrisch und geometrisch ist das unproblematisch, weil beide Varianten dieselbe Profilhöhe von 2,1 mm haben. Verbunden wird mit den normalen Schienenverbindern 42610, an Trennstellen mit den Isolierverbindern 42611.

Ein weit verbreiteter Irrtum

Der Roco-Artikel 42612 heißt „Übergangs-Schienenverbinder“ und wird oft für den Übergang zwischen den beiden Roco-Line-Varianten gehalten. Das ist er nicht. Er verbindet Fleischmann PROFI-Gleis mit 2,5 mm Profilhöhe mit Roco Line. Zwischen Roco Line mit und ohne Bettung brauchst Du ihn nicht.

Was bleibt, ist der Höhenversatz: Die Bettung trägt auf, die bettungslose Variante nicht. Am Übergang liegt das eine Gleis also etwas höher, und dafür gibt es bei Roco Line kein fertiges Ausgleichsteil – die Schwellenendstücke 42600 und 42601 sind für Flexgleise gedacht, nicht dafür.

In der Praxis löst man das über die Trasse: Das bettungslose Gleis kommt auf ein Korkbett oder eine selbst geschnittene Styrodur-Trasse, die ungefähr die Höhe der Bettung ausgleicht, und der letzte Zentimeter wird angeschrägt. Wie viel genau ausgeglichen werden muss, messen wir gerade an unserer eigenen Anlage nach – das Ergebnis kommt mit Fotos und einer Zahl statt eines Ungefähr hierher.

Drei Fehler, die wir immer wieder sehen

R2 nehmen, weil es im Katalog oben steht

358 mm sind ein enger Bogen. Kurze Loks fahren das anstandslos, aber eine sechsachsige Ellok oder ein 26,4-Meter-Reisezugwagen sieht darin unglücklich aus. Plane die sichtbare Strecke ab R3 oder R4 und hebe Dir R2 für den Schattenbahnhof auf.

Die Distanzstücke wegwerfen

Die kleinen Plastikstücke im Weichenbeipack sehen aus wie Verpackungsreste. Sie sind der Ausgleich für den Diagonaleinbau – 8 mm bei der 15°-Weiche, 5 mm bei der 10°-Weiche. Ohne sie geht die Geometrie nicht auf, und Du merkst es erst, wenn der Bahnhof zur Hälfte steht.

Weichen mitschottern

Der Klassiker bei der bettungslosen Variante. Ein Tropfen verdünnter Weißleim in den Zungenbereich, und die Weiche stellt nie wieder sauber. Zungen und Stellschwelle bleiben frei – lieber einen halben Zentimeter zu viel aussparen.

Was Du brauchst

Zwei Listen für dieselbe Strecke. Die Gleise sind in beiden Fällen dieselben – der Unterschied steckt im Unterbau.

Variante mit Bettung

  • Gleise und Weichen nach Gleisplan, Serie 425xx – Menge und Preis ergeben sich aus dem Plan
  • Weichenantrieb je Weiche: 42620 analog, Art.-Nr. N10127, 12,50 € · oder 42624 digital, Art.-Nr. N10129, 19,90 €
  • Böschungsteile 42650 und Böschungsendstück 42651 – führen wir derzeit nicht, bei Bedarf fragen wir sie an
  • Schienenverbinder 42610, Art.-Nr. N10123, 3,90 € (24 Stück) · Isolierverbinder 42611, Art.-Nr. N10124, 3,90 € (24 Stück)

Variante ohne Bettung

  • Gleise und Weichen nach Gleisplan, Serie 424xx – Menge und Preis ergeben sich aus dem Plan
  • Weichenantrieb je Weiche: elektrisch 40295 links, Art.-Nr. N10804 · 40296 rechts, Art.-Nr. N10818, je 27,90 € – oder Handantrieb 40297, Art.-Nr. N11295, 8,90 €. Für den Antrieb unter der Platte nehmen wir einen Servo: ESU 51804 mit Kunststoffgetriebe, Art.-Nr. N10674, 13,90 € oder ESU 51805 mit Metallgetriebe, Art.-Nr. N11584, 17,90 €
  • Nur beim Servo-Weg zusätzlich ein Servodecoder, denn ein Servo läuft nicht am Weichenstrom: ESU 51832 SwitchPilot 3 Servo für acht Servos, Art.-Nr. N10295, 49,90 € – das sind rund 6 € je Weiche
  • Trasse oder Korkbett: ein fertiges System haben wir nicht im Programm. Wir schneiden den Unterbau selbst aus Styrodur – dafür die Proxxon Heißdrahtgeräte THERMOCUT 12/E, Art.-Nr. N12020, 37,90 € oder THERMOCUT 230/E, Art.-Nr. N12017, 114,90 €
  • Modellschotter, für H0 um 0,5–1 mm: MBZ 59502, Marmor schwarz, 0,5–1,0 mm, 250 g, Art.-Nr. N11978, 5,50 €
  • Schotterkleber: BIMM Modellbau BM708-2, flexibel, 250 ml, Art.-Nr. N10505, 14,90 €
  • Farbe für die Schienenflanken: AK-Acrylmarker in Rotbraun, RCM019 (RAL 8012), Art.-Nr. N11716 oder RCM020 (RAL 8017), Art.-Nr. N11717, je 2,29 €

Eine ehrliche Ergänzung, weil sie zur Sache gehört: Schotter, Kleber und Trasse gibt es auch von anderen Herstellern, und manches davon ist günstiger. Grob gekörnter Schotter ist billiger und im Ergebnis deutlich gröber. Wenn Du unsicher bist, kauf eine kleine Packung und probier sie auf einem Reststück, bevor Du zwei Meter Strecke damit machst.

Häufige Fragen

Kann ich später von Bettung auf bettungslos wechseln?

Ja. Weil die Geometrie identisch ist, gilt Dein Gleisplan unverändert weiter. Du tauschst die Gleisstücke gegen die entsprechenden Artikel der 424xx-Serie und baust den Unterbau darunter neu auf. Die Weichenantriebe musst Du allerdings mitwechseln – die Bettungsantriebe passen nicht an die bettungslose Weiche.

Ist Roco Line mit Bettung nur für Einsteiger?

Nein. Die Bettung ist eine Bauweise, keine Qualitätsstufe – das Gleis selbst ist dasselbe, mit derselben Profilhöhe und denselben Weichen. Viele erfahrene Modellbahner nutzen sie bewusst für Module und für alles, was transportiert wird.

Welchen Radius soll ich mindestens einplanen?

Das hängt von Deinen Fahrzeugen ab. Kurze Loks und Güterwagen kommen mit R2 (358 mm) zurecht, lange Reisezugwagen und sechsachsige Loks wollen mehr. Roco selbst gibt auf den Produktseiten keine Mindestradien je Modell an – sag uns, was Du fahren willst, dann schauen wir gemeinsam.

Passt Roco Line an mein vorhandenes Fleischmann-Gleis?

An Fleischmann PROFI-Gleis ja – dafür gibt es den Übergangs-Schienenverbinder 42612, der die unterschiedlichen Profilhöhen von 2,5 mm und 2,1 mm ausgleicht.

Brauche ich für die bettungslose Variante zwingend Kork?

Zwingend nicht, aber sinnvoll. Das Korkbett gibt dem Gleis die Höhe über der Grundplatte, nimmt Fahrgeräusche auf und liefert die Böschungsflanke, in die der Schotter ausläuft. Wer direkt auf die Platte schottert, bekommt eine flache Strecke ohne Bahndamm.

Ich bin unsicher – könnt Ihr mich beraten?

Gerne. Am besten schickst Du uns eine kurze Beschreibung Deiner Fläche und was Du fahren möchtest, oder ein Foto vom vorhandenen Gleisplan. Telefonisch erreichst Du uns unter 05251 5311831, per WhatsApp unter 0170 6848120.

Nächster Schritt

Wenn die Entscheidung steht, fehlt nur noch der Plan. Unsere Gleispläne gibt es zu jeder Anlage in beiden Varianten – mit vollständiger Stückliste, Verkabelungsvorschlag und 3D-Ansicht.

Quellen der Maßangaben: Produktseiten roco.cc, abgerufen am 05.09.2026. Noch nicht belegt und deshalb hier nicht genannt: der Gleismittenabstand sowie Bettungsbreite und Bauhöhe – wir tragen beides nach, sobald wir es gemessen haben.  ·  Verfasst von Andreas, zuletzt geprüft am 05.09.2026.